Geschichte des Kondoms

Von den Ursprüngen bis Heute

Kondome: eine spannende Geschichte (Bild: © Armend Veliu)


Die Idee des Kondoms ist so einfach wie genial. Und das Kondom, das heute zugleich als etabliertes und modernes Verhütungsmittel gilt, hat eine lange Karriere hinter sich.

Ganz besonders Pfiffige entdecken einen eingehüllten Penis tatsächlich schon auf den Höhlenmalereien von Les Combarelles in Frankreich, die ca. 14 000 Jahre alt sind. Eindeutig erkennbar sind „bekleidete“ Penisse bei verschiedenen Statuen aus den antiken Hochkulturen, z. B. altägyptischen Götterstatuen.

Waren unsere Ur-Vorfahren schon so gewieft, eine Art Kondom als wirksames Mittel gegen Geschlechtskrankheiten und unerwünschte Schwangerschaften zu entwickeln? Wohl kaum. Dafür haperte es nicht nur an der Idee, sondern auch am geeigneten Material.

Die Penishüllen wurden wohl nicht beim Sex getragen, sondern sollten den Penis allgemein vor Krankheiten schützen, auch vor Verletzungen im Kampf und vor bösen Geistern. Und natürlich dienten sie als Schmuck und als Statussymbol.

Als Vorläufer der Kondome dürfen wir die Penishüllen aber sicher gelten lassen. Eine Idee, die die Menschheit fortan nicht mehr losließ.

Als erster richtiger Kondombenutzer wird oft König Minos von Kreta genannt. Der griechischen Sage zufolge schützte er seine Frau Pasiphae mit einer Art Kondom aus einer Ziegenblase, da sein zuerst vergossener Samen tödlich war.

Man vermutet, dass Tierblasen in der Antike immer wieder zum Einsatz kamen, zumindest zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Auch um die Standhaftigkeit des Mannes zu erhöhen, wurde der Penis in Hüllen aus verschiedenem Material gekleidet. Zum Einsatz kamen auch Leder oder Metall, Blätter und Stroh.

Deren Wirksamkeit als Verhütungsmittel war jedoch begrenzt, und flächendeckende Verbreitung fanden sie sicherlich nicht. Daneben wurden – insbesondere für die Frauen – pflanzliche Stoffe, Blätter, Öle oder extravagante Mittel wie Krokodilskot als Verhütungsmittel empfohlen.

Auftrieb bekam die Kondom-Idee im 16. Jahrhundert: Die wahrscheinlich von Seefahrern verschleppte Syphilis wurde zur schreckensbringenden Seuche. Der italienische Arzt Falloppio kam auf die kluge Idee, als Schutz gegen die Syphilis mit Flüssigkeit getränkte Leinensäckchen für den Penis während des Geschlechtsverkehrs zu entwickeln. Der Startschuss zur regen Weiterentwicklung des Kondoms – nicht nur zum Schutz vor Krankheiten, sondern auch zur Empfängnisverhütung – war gegeben.

Mitte des 17. Jahrhunderts empfahl ein englischer Hofarzt Kondome aus Hammeldärmen und wurde dafür zum Ritter geschlagen. Als „Dr. Condom“ ging er in die Geschichte ein – ob er wirklich so hieß oder der berühmte Gummi eine ganz andere Namensgeschichte hat, wird wahrscheinlich nie endgültig nachzuweisen sein.

Als leidenschaftlicher Kondombenutzer machte sich schließlich – wer könnte es anders ein? – Casanova einen Namen. Im 18. Jahrhundert nutzte er die Liebeshüllen (wohl aus Tierdarm) für seine ausschweifenden Vergnügen. Kondome hatten also eine gewisse Verbreitung gefunden, waren aber weiterhin von Hand hergestellt und dementsprechend wertvoll. Kondome nach dem Gebrauch wegzuschmeißen? Damals undenkbar! Selbstverständlich wurden sie mehrfach verwendet, zwischendurch gereinigt und getrocknet, mit Öl und Kleie wieder möglichst geschmeidig gemacht und wenn nötig, mit einigermaßen haltbarem Material (z. B. Knochenleim und Tierdarm) geflickt.

Die Luxusausführung des Kondoms war damals mit Samt und Seide gefüttert.

Der absolute Durchbruch für das Kondom kam Mitte des 19. Jahrhunderts: Charles Goodyear machte entwickelte das Verfahren der Vulkanisation für den Pflanzensaft Kautschuk. Damit ließ sich Kautschuk-Latex (Gummi) als elastisches, wasserdichtes Material nutzen – nicht nur für den Autoreifen, sondern auch für das Kondom. 1855 führte Goodyear der Welt das erste Gummi-Kondom vor, 1870 wurde es vermarktet. Kondome konnten nun in Massenproduktion in der Fabrik hergestellt werden, waren qualitativ hochwertig und viel billiger als zuvor.

Der berühmte Schriftsteller George Bernard Shaw bezeichnete dieses Gummi-Kondom als die größte Erfindung des 19. Jahrhunderts.

Goodyears Kondom hatte eine Wandstärke von 1-2 mm. (heute Standard: 0,06 mm) und eine Längsnaht.

Julius Fromm gelang 1912 ein weitere bahnbrechende Erfindung: Für die Produktion der Kondome tauchte er einen Glaskolben in die Latexlösung. Das Ergebnis: Hauchdünne Kondome mit Reservoir und ohne Naht. Kurz darauf stellte er die Kondome erstmals maschinell her.

Anfang des 21. Jahrhunderts haben sich Kondome als wirksames Verhütungsmittel etabliert. Denn sie sind das einzige Verhütungsmittel, das vor ungewollter Schwangerschaft und gleichzeitig vor Infektionen schützt. Die Sicherheit heutiger Kondome ist bei korrekter Anwendung enorm hoch – kein Wunder, denn die Gummis müssen heute einer Vielzahl von Qualitätskontrollen unterzogen werden und unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben.

In Deutschland wurden im Jahr 2000 über 200 Millionen Kondome verkauft.

Natürlich ist auch damit die Geschichte des Kondoms nicht zu Ende. Kondomhersteller weltweit arbeiten ständig an der Perfektionierung des wohl bedeutendsten Verhütungsmittels: Größe des Kondoms, Farbe, Aroma, Wandstärke, Oberflächenstruktur (gerillt, genoppt), Kondome mit besonderer Feuchtigkeit oder Kondome zur Orgasmusverzögerung des Mannes … Kondome lassen kaum ein Bedürfnis offen und präsentieren sich in immer neuen Facetten für die individuelle und sichere Lusterfüllung.

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