Kondompannen und wie Du sie vermeiden kannst

"So lassen Sie Kondompannen vermeiden." - Jan Vinzenz Krause, Gründer von Vinico (Bild: © iStock.com)

Kondome sind sicher. Das behaupten Kondomhersteller und Beratungsorganisationen, wie die Pro Familia oder Aidshilfen. Jedes Kondom wird elektronisch geprüft. Zudem schreiben gesetzliche Normen und Vorschriften wie die ISO EN 4074 vor, welche Kriterien ein Kondom erfüllen muss. Kondome sind Medizinprodukte der Klasse 2b und werden vom TÜV geprüft.

Gründe, warum Kondome platzen:

  •     Falsche Aufbewahrung in Wärme und Sonne
  •     Mindesthaltbarkeitsdatum ist abgelaufen
  •     Fingernägel und scharfe Gegenstände wie Piercing
  •     Vorhautproblem
  •     Kondomgröße

Trotz dieser Vorkehrungen machen Kondomverwender immer wieder die Erfahrung, dass Kondome reißen oder platzen. Was sind die Gründe dafür und wie kann man das Platzen von Kondomen verhindern?      
       
Wir haben für Euch recherchiert und mit zahlreichen Experten aus der Kondomindustrie, Gesundheitsbehörden und Beratungsorganisationen gesprochen. Folgende sechs Risiken sind die Gründe für den Sicherheitsverlust von Kondomen:

Sicherheitsrisiko 1: Aufbewahrung - Wärme und Sonne

Wo lagerst Du Deine Kondome? Über der Heizung oder im Handschuhfach im Auto bei Temperaturen zwischen 40 und mehr Grad? Keiner der beiden Lagerorte ist für Kondome geeignet. Werden Kondome über einen längeren Zeitraum hohen Temperaturen ausgesetzt, wird das Latex brüchig. Der gleiche Effekt ergibt sich, wenn Du Deine Kondome auf der Fensterbank deponierst. Die Sonneneinstrahlung bekommt den Kondomen nicht.

Kondome solltest Du am besten im Nachttisch oder Kleiderschrank aufbewahren. Dort liegt die Temperatur in der Regel um 20 Grad und die Kondome sind der Sonne nicht ausgesetzt.

Wer auf Konzerten oder in Discos unterwegs ist und ein Kondom mitnehmen möchte, kann das Gummi häufig nur in den Geldbeutel oder in die Hosentasche stecken. Gerade im Sommer hat man nicht mehr als eine Jeans und ein Hemd dabei. Einige Beratungsorganisationen raten davon ab, Kondome im Geldbeutel aufzubewahren. Diese könnten durch die Reibung beschädigt werden, so die Argumentation. Aufgrund dieser Behauptung verzichten dann einige lieber ganz auf das Mitnehmen von Kondomen.

Wir sehen im Geldbeutel keine dauerhafte Lösung für das Aufbewahren von Kondomen. Allerdings ist es immer noch besser, ein Kondom im Geldbeutel mitzunehmen, als ohne zu gehen. Unser Tipp: Wenn das Kondom über Wochen nicht gebraucht wird, Kondom einfach regelmäßig austauschen. Eine Empfehlung für die Dauer und den Austauschrhythmus haben wir nicht. Sollte die Beschriftung auf der Siegelfolie (Haltbarkeitsdatum, LOT-Nummer, CE-Zeichen) durch die Reibung verschwunden sein, sollte das Kondom ausgetauscht werden. Lieber auf Nummer Sicher gehen!

Sicherheitsrisiko 2: Mindesthaltbarkeit

Jedes Kondom trägt ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Dieses befindet sich auf der Umverpackung und auf der Siegelfolie. Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird durch eine Sanduhr symbolisiert. Dahinter steht das Datum, wie 2020/08. Bis August 2020 ist das Kondom haltbar. Auf dem Mindesthaltbarkeitsdatum kann man das Produktionsdatum grob schätzen. Kondome sind in der Regel zwischen vier bis fünf Jahre haltbar. Ein Kondom mit MHD August 2020 wurde also im Jahr 2015 bis 2016 hergestellt.

Verwendet man ein Kondom, dessen Haltbarkeitsdatum überschritten ist, besteht die Gefahr, dass das Kondom von der Materialbeschaffenheit nicht mehr den Belastungen standhält. Kondome werden mit der Zeit porös. Das liegt am Naturprodukt Latex. Wie Milch oder Butter verändert es sich im Laufe der Zeit. Daher immer aufs Mindesthaltbarkeitsdatum achten.

Sicherheitsrisiko 3: Fingernägel & Co.

Wer lange Fingernägel hat, muss aufpassen, dass beim Aufreißen und Abrollen des Kondoms die Nägel das Kondom nicht beschädigen. Gerade beim Abrollen kann der Fingernagel das Kondom beschädigen. Bei langen Fingernägeln einfach das Kondom mit den Fingerspitzen berühren.

Achtung bei Piercings im Genitalbereich! Wenn Deine Partnerin oder Dein Partner ein Piercing im Genitalbereich hat, kann das Kondom durch die Reibung beschädigt werden.

Sicherheitsrisiko 4: Vorhaut

Wenn Du ein Kondom benutzt, achte darauf, dass Du Deine Vorhaut beim Abrollen zurückziehst. Bei den Auf- und Abbewegungen im Akt kann sonst ein Teil der Kondomwand unter Deine Vorhaut geraten. Deine Vorhaut rollt sich mit einem Teilstück des Kondoms zusammen. Dadurch können in diesem Bereich riesige Spannungen entstehen, die zum Platzen und Reißen führen. Diese Problematik hat mit dem nächsten Sicherheitsrisiko zu tun.

Sicherheitsrisiko 5: Falsche Kondomgröße

Ist Dein Kondom zu groß oder zu klein, kann das Auswirkungen auf die Sicherheit haben. Ein zu großes Kondom kann schneller abrutschen oder zu Spannungen im Kondom führen, wenn sich die Vorhaut mit dem Kondom zusammenrollt.

Wenn die Kondomgröße nicht zur Penisgröße passt, können Kondome platzen.

Wir führen die Kondommarke MY.SIZE im Angebot. Die Kondome sind in sieben Größen von 47 bis 69 mm erhältlich. MY.SIZE-Kondome lassen sich leichter abrollen. Sie passen optimal zu Deiner Penisgröße. Dadurch sehen wir einen Vorteil in der Sicherheit dieser Kondome. Durch die passgenaue Größe ist der Tragekomfort höher.

Wenn Du noch nicht sicher bist, welche Kondomgröße für Dich passt, kannst Du hier Deine Kondomgröße bestimmen.

Sicherheitsrisiko 6: Ölhaltige Gleitmittel

Öle und Fette vertragen sich nicht mit Kondomen. Sie machen das Kondom porös und brüchig. Also bitte niemals ein Öl aus der Küche verwenden. Kondomgeeignete Gleitmittel wie von Durex, Billy Boy, Blausiegel, Condomi, Ritex, Swede, Joydivision oder Pjur erhöhen die Sicherheit von Kondomen.

Mit dem Einhalten dieser Ratschläge ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kondome platzen oder reißen, sehr gering.

Was tun, wenn ein Kondom trotz aller Vorsicht geplatzt ist?

Falls ein Kondom geplatzt ist, empfehlen wir Euch folgende Schritte:

  1. Scheide mit Wasser ausspülen: Kann die Befruchtung eventuell verhindern. Diese Methode bietet natürlich keine hundertprozentige Zuverlässigkeit. Ist aber ein erster psychologischer Effekt.
  2. Zyklus bzw. Fruchtbarkeit überprüfen: Besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft? Wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, solltet Ihr die Pille danach nicht in Erwägung ziehen.
  3. Pille danach: Die Pille danach ist ein regelrechter Hormoncocktail und führt zu Nebenwirkungen, über die Ihr Euch bei Eurem Hausarzt oder Frauenarzt informieren solltet. Mit der Pille danach könnt Ihr bis zu 72 Stunden nach dem Verhütungsunfall eine mögliche Schwangerschaft verhindern. Am Wochenende und Abend, wenn die Ärzte keine Sprechstunde mehr haben, bekommt Ihr die Pille auch beim ärztlichen Notdienst (Bereitschaftspraxis). Wo der ist, steht in der Tageszeitung oder im Internet.

Übrigens: Ein Schwangerschaftstest aus der Apotheke oder Drogerie kann eine Schwangerschaft frühestens an dem Tag zuverlässig feststellen, an dem die Monatsblutung fällig wäre, aber ausbleibt. Wenn Du keinen Überblick über die Termine Deiner Regel hast, solltest Du den Test frühestens 17 Tage nach dem Tag machen, an dem möglicherweise eine Befruchtung stattgefunden hat. Es bringt nichts, wenn Du den Test zu früh (z.B. direkt nach dem Verhütungsunfall) machst!

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