"Schatz, ich hätte gerne ein Toy"

Zu Risiken und positiven Nebenwirkungen von Toys in der Partnerschaft

Wie sage ich meinem Partner, dass ich ein Toy benutzen möchte?
(Bild: © Robin Heuser)

"Ich würde gerne mal ein Toy benutzen – traue mich aber nicht, das meiner Partnerin zu sagen", erzählt ein Mann. "Mein Partner soll nicht wissen, dass ich einen Vibrator habe", berichtet eine Frau.
Woher kommt dieses Unbehagen? Warum scheuen sich manche Menschen, mit ihrem Partner/ihrer Partnerin über Sex-Toys zu sprechen?
Manchmal steckt dahinter einfach Unsicherheit – wie bei jeder anderen "neuen" Fantasie, die man in die Tat umzusetzen wünscht und bei der man nicht weiß, wie der Partner darauf reagieren wird.
Oft geht es aber auch um die Befürchtung, der Partner könne sich durch das Toy bedroht fühlen. Und manchmal ist das auch so.
Es gibt Menschen, die sich schon an dem Gedanken stören, dass ihr Partner / ihre Partnerin sich selbst befriedigen. Kommt dann noch ein Toy ins Spiel, macht das die Sache keinesfalls besser. Eine Art Eifersucht auf das Toy entsteht – und die quälende Frage: Bin ich meinem Partner/meiner Partnerin nicht gut genug?
Wenn Du solche Situationen und Gedanken kennst, können wir Dich beruhigen: Objektiv betrachtet besteht in den meisten Fällen kein Grund dazu.

Selbstbefriedigung ist ein völlig normaler Teil der Sexualität jedes Menschen – auch, wenn er oder sie in einer glücklichen Beziehung lebt und in dieser Beziehung absolut erfüllenden Sex hat. Selbstbefriedigung und Sex mit Partner/Partnerin sind zwei verschiedene und sich wunderbar ergänzende Bereiche. Wer sich gerne und lustvoll selbst befriedigt, hat meist auch den besseren Sex zu zweit – denn beim Solo-Sex kann man mit den eigenen erogenen Zonen experimentieren, sich ausgiebig kennen und lieben lernen, körperliches Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen entwickeln und dies in den Paar-Sex einbringen.

So gesehen ist es für jeden Menschen ein großer Gewinn, wenn die Partnerin oder der Partner sich gerne selbst etwas Gutes tun – ob mit Toy oder ohne.
Was aber mit den Fällen, in denen die Sorge doch berechtigt ist? Die Fälle, in denen der Partner/die Partnerin Selbstbefriedigung als Ersatzbefriedigung nutzt und das Toy als Partnerersatz?
Dann ist im Allgemeinen nicht das Toy oder die Selbstbefriedigung an sich das Problem, sondern tieferliegende Gründe in der Partnerschaft. Dies kann natürlich unendlich viele Anlässe und Ursachen haben, die hier den Rahmen sprengen würden. Oft hakt es unter anderem entscheidend an der Kommunikation. Manchmal wirkt es schon Wunder, wenn man Themen und Wünsche anspricht und die Reaktion des Partners offen annimmt (vielleicht sieht dann manches schon ganz anders aus als man es sich im Kopf zurechtgelegt hatte), mit Ich-Botschaften kommuniziert (nicht "Immer bist du so", sondern "Ich würde mir wünschen, dass Du …"), konstruktiv diskutiert und nach Lösungen oder Kompromissen sucht.

Nun aber zurück zu den Toys. Um mit einem weiteren Irrtum aufzuräumen: Toys dienen keineswegs nur der Selbstbefriedigung. Klar, ein Masturbator ist in erster Linie zum Masturbieren da. Beim Vibrator denken wir vielleicht zuerst an eine Frau, die es sich gutgehen lässt.

Das ist aber nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten, die Toys bieten. Uns fällt spontan kein einziges Toy ein, dass nicht auch zu zwei eine Menge Spaß bringen kann. Den Partner mit Toy verwöhnen, es gemeinsam nutzen und dabei neue Möglichkeiten entdecken, das Vorspiel mit einem Toy versüßen … Lasst Eure Lust und Eure Kreativität spielen und entdeckt unendlich viele neue Abenteuer! Selbstverständlich gibt es auch Toys, die speziell für Paare entworfen wurden. Ein kleiner Penisring mit Vibration, was beim Sex die Klitoris der Partnerin erregt, zum Beispiel der Power Clit Ring, ein Double Vibrating Ring oder der Devil. Ein Silikon-"Dildo" mit zwei Enden, die Mann und Frau gleichzeitig erfreuen, wie der Share. Oder das Hightech-Toy, mit dem ein Partner den anderen über Distanz, sogar in Fernbeziehung, stimulieren kann, wie der We Vibe oder das KIIROO-Set. Die Auswahl ist inzwischen riesig, die Entwicklung neuer Toys schreitet rasant voran.
Zum Schluss wollen wir Dir noch ein paar Tipps geben, wie Du Dich mit Deinem Partner an das Thema Toys herantasten kannst:

1.    Lieber offen ansprechen, als heimlich erwischt werden

Ob Du Deinem Partner/Deiner Partnerin vom Toy erzählen möchtest, bleibt natürlich Dir überlassen. Wenn Du Dich dafür entscheidest, dies als Teil Deiner Sexualität zu leben, zu dem Dein Partner/Deine Partnerin keinen Zugang haben soll, ist das ok.
Vermutlich wäre es für Deine Partnerin aber schwerer zu verdauen, unerwartet auf Deinen Masturbator zu stoßen, als darauf vorbereitet zu sein.

2.    Partner einbeziehen

Wer weiß, vielleicht träumt ja auch Dein Partner schon lange von einem Toy, das Euer Sexualleben bereichert – hat Dir bisher aber nichts davon erzählt?
Frag mal vorsichtig nach – und wenn der Wunsch auf Gegenliebe stößt, beziehe Deinen Partner/Deine Partnerin ein in Deine neuen Fantasien. Gemeinsam habt Ihr vielleicht die besten Ideen?

3.    Behutsam anfangen

Es muss ja nicht gleich der Analplug sein, wenn Du bisher Analsex nur einzeln im Kopf erlebt hast und die Meinung Deines Partners dazu nicht kennst. Fang mit etwas an, wovon Du weißt, dass Ihr beide ziemlich sicher darauf steht. Die Geschichte ist damit ja noch lange nicht zu Ende …

4.    Gemeinsam im Vinico-Shop stöbern

Wie sagt man so schön? Vorfreude ist die schönste Freude. Das stimmt beim Sex hoffentlich nicht ganz. Aber das gemeinsame Stöbern, Suchen, Fantasieren, Auswählen gibt hundertprozentig einen erotischen Kick!

Viel Spaß dabei!

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