Der flotte Vierer fürs garantierte Scheitern

Kommunikation in intimen Beziehungen

Wie wir uns in intimen Beziehungen so austauschen, dass dabei Missverständnisse generiert werden, die uns am Ende auch noch die schönste Sache der Welt verderben, haben die meisten von uns erlebt. Und oft war uns nicht klar, woran das Zusammensein mit dem/der anderen nun eigentlich gescheitert war. Wir fühlen uns unverstanden, verletzt.

Statt nun zu erzählen, wie eine gute Kommunikation auf Augenhöhe geschieht, biete ich Euch genau das Gegenteil an! Ich überlasse Euch vier einfache Regeln, die garantiert zum Scheitern einer intimen Beziehung führen. Sie lassen sich leichter merken als ein Regelwerk für gute Kommunikation, das am Ende doch noch irgendwie unvollständig bleibt.

1.  Regel - Gib Dich auf, damit Du den anderen glücklich machst!
Der einfachste Einstieg ist der, seinem oder seiner Liebsten alles recht machen zu wollen. Es ist dieses scheinbar empathische Schauen nach dem anderen, um herauszufinden, ob es ihm oder ihr wirklich gut geht und ob man vielleicht und möglicherweise etwas übersehen hat, das dem oder der Geliebten zum höchsten Glücksgefühl noch fehlt. Dabei ist es wichtig, auf eigene Bedürfnisse nicht zu achten. Wenn sie sich dennoch von Zeit zu Zeit immer intensiver auf irgendeine seltsame Weise melden – ich spreche immer noch von den eigenen Bedürfnissen -, kann man sie immer noch mit einer gehörigen Portion Alkohol ertränken oder mit der erforderlichen Menge an Schokolade und sonstigen Süßigkeiten ersticken.

2.  Regel - Sprich von den Fehlern anderer und rege Dich darüber immer wieder auf!
Eine irrelevante Kommunikation in einer intimen Beziehung gelingt in relativ kurzer Zeit, indem wichtige Informationen durch unwichtige ersetzt werden. Besonders leicht fällt es uns, wenn wir uns über die Umstände im allgemeinen aufregen oder das Verhalten von guten Freunden, besten Bekannten und unseren Feinden empören. Dieses Vorgehen entbindet uns auf natürliche Weise, zu uns selbst zu
schauen, und ergänzt die zuvor genannte Regel der Selbstaufgabe auf geradezu geniale Weise.
Ihr merkt schon, eine Regel baut auf der anderen auf. Das macht das Aushöhlen der Ehe so sicher. Und so fügt sich die kommende Regel ganz logisch ein.

3.  Regel - Mach Dich immer wieder über den Partner lustig, nimm ihn nicht ernst!
Den Respekt voreinander zu verlieren, beginnt völlig harmlos, schleichend sozusagen – mit kleinen Späßen über die ein oder andere Gewohnheit des geliebten Menschen. Da dieser geliebte Mensch aber offensichtlich immer noch nicht verstanden hat, dass dieser kleine Spaß in Wahrheit eine hammerharte Aufforderung war, eben diese Gewohnheit sofort und unwiderruflich einzustellen, wandelt sich
die Kommentierung von spaßig über sarkastisch zu verletzend. Am besten erzählt man besten Freunden und anderen nicht Betroffenen von den unmöglichen Gewohnheiten seines geliebten Mitmenschen und macht sich auf diese Weise lächerlich über ihn oder sie. Das Ganze lässt sich noch verfeinern, indem man Willensäußerungen seines Gegenübers überhört oder offensichtlich nicht ernst
nimmt. Mit der Zeit gewinnt man bei dieser Regel eine echte Raffinesse. Es soll sogar Menschen geben, die sich auf jede neue Gelegenheit der Respektlosigkeit freuen.

4.  Regel - Gib Deinem Partner für alles die Schuld, mach ihn für Deine unerfüllten Wünsche verantwortlich!
Also, ob es sich dabei tatsächlich um ein Misslingen handelt oder schlicht nur ein erträumtes Ergebnis nicht wahr wurde, spielt keine wesentliche Rolle mehr. Wichtig ist nur, dass der oder die andere die Schuld hat. Jetzt kann man mit Fug und Recht schimpfen, jammern, fluchen und auch fremdgehen, weil ja der geliebte Mensch auf ganzer Linie versagt und uns ins Unglück gestürzt hat.
Und ganz nebenbei, Fremdgehen ist jetzt eher die logische Folge einer Verhaltenskette als eine biologische Notwendigkeit von Männern oder Frauen.

So schließt sich der Kreis aus Selbstaufgabe, irrelevanter Kommunikation, gegenseitiger Respektlosigkeit und dem Aufgeben der Selbstverantwortung. Mit diesen vier einfachen und leicht zu merkenden Regeln liegt es nun in Eurer Hand, Eurer intimen Beziehung die gewünschte Entwicklung zu geben. Wollt Ihr guten Sex haben, meidet die vier oben aufgezählten Regeln ...

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